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Seite 1 von 4 Aktuelles zur Versorgungsforschung bei Psoriasis in Deutschland Prof. Dr. Matthias Augustin, Dr. Michael Reusch, Prof. Dr. Thomas Luger Versorgung der Psoriasis Die Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) ist eine Volkskrankheit mit einer Häufigkeit von etwa 2,1% der Erwachsenen in Deutschland. Betroffen sind somit etwa 1,7 Millionen Personen. Neuere Daten zur Versorgung dieser Erkrankung belegen, dass die Psoriasis vulgaris von erheblicher sozioökonomischer, sozialer und medizinischer Bedeutung ist. Standard der ärztlichen Versorgung ist die Therapieleitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), die als S3-Leitlinie (Leitlinie auf höchstem methodischen Niveau) entwickelt und von der AWMF (Arbeitskreis wissenschaftlich medizinischer Fachgesellschaften) verabschiedet worden ist. Die Psoriasis vulgaris wird in Deutschland wesentlich von niedergelassenen Dermatologen versorgt, in schwereren Fällen auch durch Klinikambulanzen und stationär in den Hautkliniken. Vornehmlich leichtere Verläufe werden auch von Haus- und Kinderärzten mitversorgt, bei entsprechender Co-Morbidität wie der Psoriasisarthritis auch u.a. von Internisten, Rheumatologen, Radiologen und Orthopäden. Versorgungsforschung in Deutschland Durch die Verknappung der Ressourcen im Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren die Dringlichkeit gewachsen, vorhandene Ressourcen gerecht zu verteilen und effizient einzusetzen. Für die sachgerechte Allokation der Mittel im Gesundheitswesen ist die Kenntnis der realen Versorgungssituation notwendig. Diese wird mit den Mitteln der Versorgungsforschung dargestellt. Aus diesem Grunde haben der Sachverständigenrat, Ärzteverbände, Bundesärztekammer, Krankenkassen und weitere Beteiligte im Gesundheitssektor die Notwendigkeit erkannt, gezielte Daten zur Versorgung zu erheben. Nach ihrem Selbstverständnis untersucht die Versorgungsforschung die Versorgungsrealität unter Alltagsbedingungen (Bundesärztekammer 2005). Neben der biomedizinischen Grundlagenforschung und der klinischen Forschung hat sich die Versorgungsforschung als drittes Standbein der Gesundheitsforschung etabliert. Notwendig ist in der Darstellung der Versorgung die Gewinnung von nationalen Daten aus dem deutschen Gesundheitssystem, die zudem noch eine ausreichende Aktualität aufweisen müssen.Der Aufbau einer leistungsstarken Versorgungsforschung wird heute als unerlässlich angesehen, liegen doch bisher selbst für die großen Volkskrankheiten zum Teil nur rudimentäre Erkenntnisse über die Versorgungssituation in Deutschland vor. Dies gilt insbesondere auch für die Hauterkrankungen. Als Konsequenz aus den ersten Ergebnissen der versorgungswissenschaftlichen Studien in den Jahren 2004-2006 haben die DDG und der BVDD als Vertreter der deutschen Hautärzte ein Aktionsprogramm zur weiteren Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Psoriasis gestartet. Zu diesem Programm gehören die Einführung eines Langzeit-Patienten-Registers, die Etablierung einer versorgungswissenschaftlichen Studienreihe, die Durchführung qualitätsverbessernder Maßnahmen, die Etablierung regionaler Psoriasisnetze sowie die Kooperation mit Selbsthilfeorganisationen und Patientengruppen. Diese Aktivitäten werden nachfolgend dargestellt. In den letzten Jahren wurden mehrere nationale Studien zur Versorgungssituation und zu gesundheitsökonomischen Aspekten der Psoriasis publiziert. Diese Studien werden nachfolgend in Verbindung mit Informationen zum Versorgungsstand vorgestellt.
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